Exkursion nach Berlin-Karlshorst
Am 10.12.2019 starteten die Russischklasse 10a und der 11. Klasse Russischkurs in Richtung Berlin-Karlshorst. Nach den zwei Stunden Busfahrt stiegen wir am Deutsch-Russischen Museum aus. An dem historischen Ort wurde 1945 die bedingungslose Kapitulation der Deutschen unterschrieben, womit in diesem Haus der Zweite Weltkrieg in Europa endete. Sie wurde am 8. Mai vom Oberkommando der deutschen Wehrmacht vor den Vertretern der vier Alliierten im großen Saal des Offizierskasinos der Wehrmachtspionierschule unterschrieben.
Unsere Führung startete mit der Panzerausstellung, die rund um das Gebäude ausgestellt wird. Es war sehr beeindruckend und auch bedrückend, da dies Originalfahrzeuge waren, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt waren. Dadurch wurden wir in das Thema des Museums, der Krieg zwischen der Sowjetunion und Deutschland, eingeführt.
Das Museum stützt sich besonders auf Briefe und Erzählungen aus dieser Zeit. In der Ausstellung selbst befinden sich viele eindringliche Zitate aus Briefen von Zeitzeugen, die nachdenklich stimmen. Auch durch sehr prägnante Bilder wurde uns die Situation nähergebracht.
Das Hauptaugenmerk der Ausstellung liegt dabei auf der Situation der Menschen in den Gefangenlagern der beteiligten Länder und den Verbrechen an diesen. Die Besonderheit dieses Museum ist, dass es sowohl die deutsche Sicht als auch die sowjetische Sicht auf den Großen Vaterländischen Krieg getrennt voneinander thematisiert.
Besonders beeindruckend war der Saal, in dem die Kapitulation unterschrieben wurde. Tisch und Platzordnung sind dort genauso aufgestellt wie im Jahre 1945. Auch der Originalfilm von dieser Zeit hat eine ganz besondere Wirkung. Wenn man diesen Saal betritt, man merkt, welche Bedeutung dieser Raum für die Geschichte besitzt. Auch die Kapitulationsurkunden sind dort ausgestellt. Wir haben an diesem Tag viel erfahren und die Geschichte des zweiten Weltkrieges bzw. des Großen Vaterländischen Krieges auf eine andere Weise erklärt bekommen.
Zum Abschluss des Tages ging es noch auf den Weihnachtsmarkt am Fernsehturm.
Vivian Lübbe, 11a
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Besuch der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße, Potsdam
Eine traurige Geschichte der russischen Besatzung
Kaum einer der Menschen aus der Zeit der 1940/50er Jahre wusste damals über die Machenschaften der sowjetischen Spionageabwehr SMERSCH in der Leistikowstraße 1 in Potsdam Bescheid. Die ursprünglich 1916 vom Evangelisch-Kirchlichen Hilfsverein (EKH) errichteten evangelischen Verwaltungsräume wurden dort zum zentralen Untersuchungsgefängnis für Deutsche und Sowjetbürger, später ausschließlich für sowjetische Militärangehörige umfunktioniert.
Um auch einmal die traurige Seite unserer Geschichte kennenzulernen, fuhren wir, die zwei Russischklassen der Jahrgangsstufe 10, am 16.12.2015 in die Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam, begleitet von den zwei Russischlehrern Frau Hultsch und Herrn Ernst. Aufgeteilt in zwei Gruppen wurde uns das Elend der Häftlinge näher gebracht. Die Einritzungen an den Wänden und Decken zeigen deutlich die Entrechtung, Isolation und psychische Belastung der Gefangenen.
Besonders beeindruckt hat uns das Schicksal des damaligen 15-jährigen Schülers Hermann Schlüter, der zusammen mit drei Schulfreunden wegen Fernbleibens vom Russischunterricht verhaftet worden war. Er erhielt wegen angeblich antisowjetischer Propaganda und Gruppenbildung das Todesurteil, wurde aber am 18.04.1946 zu zwanzig Jahren Lagerhaft begnadigt und vorzeitig 1950 entlassen. Heute kann man sich seine Zeitzeugenberichte ansehen und anhören. Genau wie auch viele andere berichtet er darin von der schrecklichsten Zeit seines Lebens, den Umständen, in denen sie lebten und welche Qualen sie über sich ergehen lassen mussten.
Dementsprechend gab es nach der neunzigminütigen Führung starke Diskussionen über die
menschenverachtende Behandlung der Menschen damals. Die Stimmung war gedrückt und das
zuletzt gehörte noch nicht vollständig verarbeitet.
Im Bus auf dem Weg zum Potsdamer Weihnachtsmarkt löste sich die Spannung allmählich wieder und wir freuten uns auf einen Besuch der Potsdamer Innenstadt.
Michelle Schnabel

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