Chemie-Stunden in duftend stinkender Umgebung

Ein beißender Geruch mit fauliger Note trat uns entgegen, als wir am Mittwoch, dem 16.09.2026 das Klärwerksgelände in Gräfenhainichen betraten. Was für die meisten Menschen nach einer geruchsintensiven Mutprobe klingt, war für uns die Kulisse für zwei extrem spannende Chemie-Stunden: Ein Ausflug zum Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Gräfenhainichen (ZWAG). Hier lernten wir hautnah, wie aus einer stinkenden Brühe wieder glasklares Wasser wird, das bedenkenlos in die Gewässer zurückgeführt werden kann.
Nach einem ca. 25-minütigen, zügigen Fußmarsch, kamen wir gemeinsam mit unserer Chemielehrerin Frau Burkert, an unserem Zielort an. Dort empfing uns Herr Lambrude, vom Abwasserzweckverband, recht herzlich.
Das Einzugsgebiet: Woher kommt das Stinkewasser?
Bevor die eigentliche Reinigung beginnt, erfuhren wir, wie riesig das unterirdische Netzwerk ist. Das Abwasser wird über ein weitverzweigtes Pump- und Kanalsystem aus der Stadt Gräfenhainichen sowie den umliegenden Dörfern und Ortsteilen wie, Radis, Uthausen, Zschornewitz und Jüdenberg direkt zum Klärwerk transportiert. Jeden Tag fließen hier unzählige Liter aus Duschen, Toiletten, Spülbecken und Waschmaschinen der gesamten Region zusammen.
Der Weg der Reinigung: Von der Brühe zum klaren Wasser
1. Die mechanische Reinigung: Grobe Arbeit für groben Schmutz
Unsere Führung startete an der ersten Station, wo das ankommende Abwasser noch genauso aussieht (und riecht), wie man es sich vorstellt. In der mechanischen Stufe geht es um physikalische Trennverfahren:
Das Regenwasserbecken: Dieses 1200m³ große Becken dient dazu, große Wassermengen bei starkem Regen zwischenspeichern und grob zu reinigen, damit die eigentliche biologische Reinigungsstufe der Kläranlage nicht überlastet wird
Der Rechen: Wie eine riesige Gabel fischt diese Anlage alles Grobe (alles über 2cm) heraus, was nicht ins Abwasser gehört – Klopapier, Feuchttücher und leider auch viel Müll.
Der Sand- und Fettfang: In diesem länglichen Becken setzt sich schwerer Sand am Boden ab. Gleichzeitig wird Luft eingeblasen, wodurch leichtere Stoffe wie Fette und Öle an die Oberfläche steigen und dort einfach abgeschöpft werden können.
Das Vorklärbecken: Hier verlangsamt sich die Strömung drastisch. Organische Stoffe, die schwerer als Wasser sind, sinken als sogenannter Primärschlamm zu Boden. Nach dieser Stufe ist das Wasser zwar optisch schon deutlich sauberer, aber die unsichtbaren, gelösten Schadstoffe sind immer noch da.
Pumpenhaus und Schaltraum: In diesem Raum wahren viele Knöpfe die alles steuerten. Durch die pumpen wird das Wasser vom Vorklärbecken zum Feintriebrechen gepumpt.
Feintriebrechen: Der Feinrechen wird in Kläranlagen eingesetzt, um kleinere Feststoffe mit einer Öffnungsgröße von 1 bis 8 mm aus dem Abwasser zu entfernen. Dies schützt empfindliche Maschinen und reduziert die Feststoffansammlung im Schlamm. In diesem Wasser befinden sich SCHNOP: S=Schwefel; C= Kohlenstoff; H=Wasserstoff; N= Stickstoff; O= Sauerstoff; P= Phosphor

2. Die biologische Reinigung: Die hungrigen Helfer
Jetzt wechselten wir vom physikalischen in den biochemischen Bereich.
Belebungsbecken: Das Wasser wirkt hier braun und brodelt, was an den riesigen Mengen Sauerstoff liegt, die hineingepumpt werden. Das Becken hat ein Volumen von ca.3770m³
Bakterien im Dauereinsatz: In dieser Phase übernehmen Milliarden von Mikroorganismen die Arbeit. Sie ernähren sich von den gelösten organischen Stoffen (wie Harnstoff oder Seifenresten) und bauen diese biologisch ab.
Anaerobecken: Durch das gezielte Ein- und Ausschalten der Belüftung (Intermittierende Denitrifikation) schaffen die Mitarbeiter optimale Bedingungen, damit die Bakterien schädliche Stickstoffverbindungen in harmloses Luftgas umwandeln.
3. Die chemische Reinigung: Gezielte Fällung
Manche Stoffe, vor allem Phosphate aus Wasch- und Reinigungsmitteln, lassen sich von den Bakterien allein nicht schnell genug abbauen. Hier kommt die reine Chemie ins Spiel:
Durch die Zugabe von speziellen Fällungsmitteln (wie Eisen-III-clorid oder Aluminiumsalzen) kommt es zu einer chemischen Reaktion. Die gelösten Phosphate verbinden sich mit den Salzen und verklumpen zu winzigen, unlöslichen Flocken. Diese Flocken lassen sich im nächsten Schritt problemlos abtrennen.
4. Die Nachklärung und der Auslauf: Geschafft!
Die letzte Station des Wassers ist das Nachklärbecken. Hier kommt das Wasser wieder zur Ruhe.
Die chemisch entstandenen Flocken und die biologische Bakterienmasse (der Belebtschlamm) sinken zu Boden. Ein Teil dieses Schlamms wird zurück ins Biologiebecken gepumpt, der Rest wandert in die Schlammbehandlung.
Das übrig gebliebene Wasser an der Oberfläche ist nun zu über 95 Prozent gereinigt, glasklar und absolut geruchslos. Über den Auslauf verlässt es das Klärwerk und fließt zurück in den natürlichen Wasserkreislauf.
Was bleibt übrig? Die Schlammbehandlung
Zum Abschluss warfen wir noch einen Blick auf das, was aus dem Abwasser herausgeholt wurde: der Klärschlamm der auf Feldern wird mit Schilfpflanzen und unterirdischen Rohren vom Wasser getrennt und darauf als Düngermittel für Felder verwendet werden kann. Falls dieser jedoch zu trocken ist wir der verbrannt.
Fazit: Nach zwei Stunden in dieser "duftenden" Umgebung gingen wir mit tiefem Respekt nach Hause. Was für uns selbstverständlich aus dem Abfluss verschwindet, erfordert in Gräfenhainichen ein Meisterwerk aus Mechanik, Biologie, Chemie und Technik.
Anni Metzner, Helene Schröder 8a
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Chemie-Olympiade-2026
Am 18.03 fand die Chemie-Olympiade in Naumburg statt.
Nach einer zweistündigen Anreise nach Schulpforta wurden wir in Klassen aufgeteilt und haben mit der 180-minütigen Klausur angefangen, welche sehr anspruchsvolle Aufgaben zu vielen Themengebieten der Chemie beinhaltete.
Nach zehn Aufgabenblättern, viel Überlegen, Ausgleichen und Berechnen, haben wir dann in der Mensa Mittag gegessen.
Anschließend haben wir von zwei Schülern eine sehr humorvolle Führung über das gesamte Gelände und den Park bekommen.
Danach kam es dann zur Siegerehrung, wo die besten sechs der jeweiligen Klassenstufen aus insgesamt 75 Leuten gekürt wurden.
Wir haben leider nichts gewonnen, aber dennoch waren wir alle mit dem Tag sehr zufrieden.
Zwar müde, aber mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen, haben wir dann die Heimreise angetreten.
Julian Hofer, 9b

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Ausflug zum Klärwerk

Was gibt es besseres als eine Windböe an der Ostsee? Eine Windböe am Klärwerk!
Dank Frau Burkert und einem der 30 Angestellten im Klärwerk haben wir Chemieunterricht hautnah und mit passenden Düften erlebt. Trotz der knappen Zeit haben wir es geschafft, den kompletten Prozess der Wiederaufbereitung des Wassers Schritt für Schritt mitzuverfolgen. Angefangen bei der mechanischen Reinigung über die biologische Reinigung endete unsere Führung bei der chemischen Reinigung.
Wir starteten an einer Lagerstätte für Abwasser und sahen einen Grobrechen. Diesen konnten wir in einem Extragebäude von Nahem sehen. Vor Ort sammelten sich größere Objekte wie Hygieneartikel, Plastik oder Textilien in großen Tüten. Weniger geruchintensiv war das nächste Gebäude, welches die Steuerung der gesamten Anlage enthielt. An einem großen Monitor, der an einen Fernseher von 1990 erinnerte, wurden die Werte des Wassers angezeigt, zum Beispiel der Phosphorgehalt. Weiter ging es zu einem feineren Rechen, welcher kleinere Objekte wie Essensreste aus dem Wasser filterte.
Die nächste Station war ein Belüftungsbecken in welchem Sauerstoff in das Abwasser gepumpt wurde. Das dient zur Aktivierung der Mikroorganismen, welche Phosphate und andere organische Stoffe abbauen. Ein wichtiges Merkwort, das uns vermittelt wurde, war „SCHNOP“, was für Schwefel, Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Phosphor steht. Das sind Elemente, die lebenswichtig und essentiell für biologische Prozesse sind. Außerdem wurde dort Sand im Sandfang abgetrennt. Der Sand wird gereinigt und anschließend wiederverwendet oder verbrannt.
Im Becken unmittelbar daneben wurde das Wasser, aller 90-120 Minuten wechselnd, bewegt oder stillgehalten. Der große Strudel diente zur Umwandlung von Schadstoffen. Zur Einhaltung der Grenzwerte werden Chemikalien ins Wasser gegeben.
Im Nachklärbecken war das Wasser schon viel anschaulicher. Ein Räumer schob den abgesetzten Schlamm auf dem Boden in die Mitte, wo er in einen Trichter gelangte. Von dort aus wurde er auf Felder am Klärwerk gepumpt, um ihn austrocknen zu lassen. Durch strenge Grenzwerte und Kriterien kann der Schlamm oft nicht mehr als Dünger weiterverarbeitet werden, weshalb er verbrannt wird.
Wir danken dem Mitarbeiter aus dem Klärwerk für die lehrreiche Führung und Frau Burkert für die Organisation
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Emma Stengel, 8a
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Flow-Projekt in Klasse 10
Am Mittwoch der letzten Schulwoche erhielten wir, die Klasse 10c, die Möglichkeit am FLOW-Projekt teilzunehmen. Sinn und Zweck davon ist es, Flüsse in unserer Umgebung zu erforschen und auf biologische, physikalische und chemische Aspekte zu untersuchen. Vom bloßen Betrachten des Flussaussehens, über das Sammeln von Saprobien bis zum Entnehmen von Wasserproben hatten wir über den Tag verteilt ein breites Spektrum an Aufgaben. Durch die umfangreichen Untersuchungen konnten wir am Ende feststellen, dass der Graben an der Gremminer Brücke eine unbefriedigende Wasserqualität aufweist, denn durch das Zuführung von Abwasser aus dem Klärwerk sowie das künstliche Begradigen oder Anlegen von Gewässern ist es nicht möglich, ein funktionierendes Ökosystem mit reinem Wasser entstehen zu lassen. Wir wurden außerdem auf die zunehmende Wasserverschmutzung aufmerksam gemacht, welche auch in Deutschland eine große Rolle spielt. So gelangen jährlich mehrere Tonnen an Medikamenten in unsere Meere. Es lässt sich also festhalten, dass wir durch die eigene Untersuchung nicht nur Verständnis für den Aufwand des Forschens in Ökosystemen und unserer Umwelt schaffen konnten, sondern auch zunehmend für Wasserverbrauch und -verschmutzung sensibilisiert wurden. Wasser ist keine unendliche Ressource und wir sollten die Privilegien, welche wir im Bezug auf Wasserversorgung genießen, nicht für selbstverständlich halten. Jeder sollte seinen eigenen Anteil an der Verbesserung der Wasserqualität tragen und überlegen, was er als einzelner dafür tun kann. Um jungen Menschen das bewusst zu machen, bietet das FLOW-Projekt eine perfekte Möglichkeit.
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Chemie in der Praxix - Futurea-Science-Center Wittenberg
Am 05.11.2024 fuhr die Klasse 10b unter Begleitung von Frau Rößler in das Futurea-Science-Center nach Wittenberg. Dort erhielten wir Einblick in die Welt der Stickstoffchemie. Auf den drei Etagen der Ausstellung wurden uns anschaulich die Inhalte zu Stickstoff in Natur und Technik, Ammoniak und Haber-Bosch-Synthese sowie zur Harnstoffchemie präsentiert. Die Klasse konnte somit über kurze Filme, interaktive Tafeln mit Animationen, kleine Experimente und das Erstellen von Molekülstrukturen und chemischen Reaktionen die im Chemieunterricht gelernten Inhalte vertiefen und anwenden. Im Anschluss an die Exkursion erstellten die Schülerinnen und Schüler gruppenweise ein Quiz mit Fragen rund um die Inhalte der Ausstellung, welches im Rahmen des Chemieunterrichts vorgestellt und eingebunden wird.
Vielen Dank an die Ausstellerinnen und Frau Dorn für die fachkundige Führung und das Ermöglichen weiterer Besuche der Ausstellung in den nächsten Schuljahren.
Die Klasse 10b und T. Rößler

